Der „moderne“ Familienhund muss etliche Ansprüchen erfüllen. Er soll viele seiner arttypischen Verhaltensweisen unterlassen, dafür vermehrt unseren menschlichen Vorstellungen entsprechen. Das führt immer wieder zu Problemen und Missverständnissen. Es ist an uns Menschen, Hunden den Weg in unsere Welt zu ebnen und unter Berücksichtigung ihres Wesens entsprechend zu erziehen.

 

 

ÜBER HUNDE

„Wir schenken unserem Hund ein klein wenig Liebe und Zeit.
Dafür schenken sie uns restlos alles, was sie zu bieten haben.
Es ist zweifellos das beste Geschäft, was der Mensch je gemachte hat.“
Roger Andrew Caras (1928-2001)
Präsident des britischen Tierschutzvereins

Hunde sind extrem anpassungsfähige, intelligente, lernfähige und sozial orientierte Lebewesen.
Eigenschaften, die sich der Mensch seit Jahrtausenden zu Nutze gemacht hat.
Hunde wurden zum Schutz, zum Jagen, Hüten, oder Bewachen gehalten.
Durch selektive Zuchten wurden viele dieser Eigenschaften noch weiter spezialisiert, so dass
sich rassetypische Merkmale herausbildeten und die Einsatzbereiche erweitert werden konnten.
Der Hund war ein nützlicher und hilfreicher Begleiter des Menschen.
Ein spezialisiertes Nutztier, mit definierten Arbeitsbereichen.
Dies hat sich in den letzten Jahrzehnten jedoch erheblich geändert.
Kaum ein Mensch noch hält sich einen Hund zu Arbeitszwecken.
Arbeitswillige Apportier- oder Hütehunde, finden Einzug in Familien. Elegante Jagdhunde werden
in Stadtwohnungen gehalten und viele ehemaligen „Rattenbeißer“, oder „Fuchsaustreiber“ werden
wegen ihrer Kleinheit bevorzugt.
Von Herdenschutzhunden wird erwartet, dass sie lieb und nett zu jedermann sind, Jagdhunde
sollen nicht jagen, Stöberhunde nicht buddeln, Wachhunde nicht so viel bellen und von den
„Killer“- Spezialisten wird selbstverständlich erwartet, dass sie weder beißen, noch gar töten.
Kein Familienhund, egal ob spezialisierte Rasse oder Mischling, ob klein oder groß, soll heute noch
eine dieser hundetypischen Eigenschaften ausgeprägt zeigen.
Stattdessen wird von dem „modernen Familienhund“ erwartet, dass er problemlos Auto fährt,
verkehrstauglich ist, sich an der Leine benimmt, Nachbars Katze in Frieden lässt, den Besuch
nicht anspringt, kinderlieb ist und auf Pfiff sofort zurückkommt.
Immer wieder kommt es daher zu Problemen und Schwierigkeiten zwischen hundespezifischem
und menschentauglichem Verhalten.
Dass es sich bei allen Hunden um Beutegreifer mit mehr oder minder stark ausgeprägter
Jagdambition handelt, wird von uns Menschen oft vergessen. Ebenso wie die Tatsache, dass
Hunde kein Rechtsempfinden, Ethik oder Moral im menschlichen Sinne besitzen. Auch der
Umstand, dass Hunde unsere Sprache nicht verstehen und ihre eigene Kommunikation besitzen,
wird oft übersehen. Der Ursprung vieler Missverständnisse und Probleme.
Hunde sind nach wie vor ein fester Bestandteil unserer Umwelt. Nur sind sie mittlerweile zu
Sozialpartnern, Familienmitgliedern und Freizeit-Begleitern geworden.
Dennoch haben sie ihr „wölfisches“ Erbe nicht verloren.
Es liegt weiterhin bei uns Menschen, unsere Hunde den neuen Anforderungen entsprechend zu
erziehen und ein harmonisches Zusammenleben zu gewährleisten.